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Koch unterwegs.




Thomas Koch kommentiert in seiner monatlichen Kolumne “Koch unterwegs” Out-of-Home- Kampagnen, die ihm auf seinen Reisen durch Deutschland begegnen.







Ambient Ambush.

Eine Woche durch Florida. Meinen Jungs mal ein Stück Amerika zeigen. Ich liebe die amerikanischen Highways! Dem Verkehr fehlt so völlig die deutsche Hektik. Man gleitet einfach dahin…

Vor allem liebe ich die Werbung entlang der Highways. Werbung für Anwälte, Immobilienmakler, Ärzte und für Botox. Die Plakate sind vielleicht nicht ganz so hintergründig wie in England, aber sehr unterhaltsam und lenken wunderbar von der Eintönigkeit der 55-Meilen-Begrenzung ab. OOH kann richtig Spaß machen.

Man gleitet also vorbei an der Neon-Reklame der Fastfood-Ketten und gewöhnt sich wieder an den Anblick der unzähligen Strommasten, die jede Straße säumen. Bis man in Orlando unmittelbar an der Ausfahrt zum Magic Kingdom an einem riesigen Strommast in Form einer stilisierten Mickey Maus vorbeifährt. Einfach ein großer Kreis mit zwei Ohren, der die Stromleitung hält. Wow! DAS ist mal Ambient Media!
Eine wortlose Homage an die berühmteste Maus der Welt.
Warum auch Worte? Jedes Kind versteht diese Botschaft.

Sie kennen doch die gute, alte Regel (an die wir Deutschen uns so gern halten!), wonach ein Plakat nicht mehr als sieben Worte zieren sollte? Hier wäre einfach jedes Wort zuviel. Nicht, dass ich die Texter arbeitslos machen will… aber manchmal sagt ein Bild doch mehr als sieben Worte.

Streichen wir einfach mal von jedem Plakat den Text – und schauen, ob dann die Botschaft noch verstanden wird… genauso wie jeder TV-Spot eigentlich auch ohne Ton zu verstehen sein sollte. Von der Mickey Maus in Orlando können wir soviel lernen.


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