„Ich finde es immer toll, wenn die „Plakatinos“ ihre freien Stellen mit Eigenwerbung auffüllen. Sollten sie öfters tun. Denn sie sind ja diejenigen, die von Plakatgestaltung wirklich was verstehen. Ganz im Gegensatz zu manchen Kreativen, die ich hier zum Vergnügen der Blogleser so gern auf die Schippe nehme. Dabei sind den Pächtern doch immer wieder Kreationen gelungen, die echt zeigen, wie man mit Plakaten Aufmerksamkeit erzeugt. Schließlich stehen ihnen die besten Kreativen des Landes zur Verfügung. Oder würden Sie „nein“ sagen, wenn man auf Sie zukommt und Sie bittet, für ein Plakat Ihre ganze Kreativität spielen zu lassen? Nö.
Leider hat Gustav „ja“ gesagt… Sie kennen Gustav nicht? Kann nicht sein. Das Plakat behauptet nämlich, dass Plakate bekannt machen. Also müssen Sie Gustav kennen. Oder etwa nicht?
Also gut. Für die Wenigen unter Ihnen: „Gustav wird oft gefragt, was sein Friseur eigentlich von Beruf ist. Jetzt weiss es jeder. Plakate machen bekannt.“ So hängt er da. Am CLP. Ein armes Würstchen. Von der Natur bestraft: Mit einem Blick, als könnte er nicht bis drei zählen. Mit Segelohren. Und einer Frisur wie ich sie zuletzt 1968 trug. Nicht weiter schlimm.
Außer… den 18 Worten, die man im Vorbeifahren lesen soll. (Wollten wir uns nicht auf Plakaten kurz halten und zum Punkt kommen?) Außer… einem Eye-Catcher, der keiner ist. (Hässlichkeit, die nur bedauernswert ist, don´t sell better than sex!) Außer… eines Konzeptes, das so gar nicht zusammenpassen will. (Oder will uns das Plakat sagen, dass eine ätzende Frisur die Bekanntheit steigert?). Außer… eines Plakatmotivs, das zwar keine Bekanntheit, dafür aber Kopfschütteln erzeugt…
Was bleibt also übrig? Ein Key Visual, an dem man tagelang vorbeifährt, weil es auf so seltsame Weise nicht ins Auge fällt. Und ein Text, den man erst begreift, wenn man am Straßenrand anhält, um ein Foto für den „Gustav-Award“ zu schießen.
Die Verantwortlichen bei WALL, die von Plakaten doch nicht so viel verstehen (wie sie glauben), brauchen sich jetzt nicht zu outen. Denn außer mir hat bestimmt niemand das Motiv entdeckt. Ich sag´s ja immer: an Plakaten kommt keiner vorbei…“
15. Mär 2010, 11:57 – Filip